Blütenteppich auf dem Grand Place in Brüssel – Hokusais große Welle aus Blumen
Der Blütenteppich 2026 auf dem Grand Place in Brüssel
Alle zwei Jahre verwandelt sich der Grand Place in Brüssel in ein farbenprächtiges Kunstwerk: den berühmten Blütenteppich. Das diesjährige Motiv stammt vom japanischen Künstler Hiro Sugiyama, der Hokusais weltberühmte „Große Welle vor Kanagawa“ auf eindrucksvolle Weise neu interpretiert hat.
Das Motiv wurde mit vielen Hunderttausend Blüten, vor allem Dahlien, ‚gelegt‘.
Es ist dem Künstler gelungen, eine Welle der Begeisterung zu erzeugen. Auch ich scheute die lange Warteschlange nicht, um das Kunstwerk vom Balkon des Rathauses aus, sehen zu können. Die Inschrift auf dem Teppich lautet übersetzt: 'Der neue Hokusai'.
Schön auch, dass der Künstler dieses Werk als Friedensbotschaft sieht.
Möge sie Wurzeln schlagen!



Die große Welle vor Kanagawa
Vorlage für den Teppich war Hokusais berühmter Farbholzschnitt „Die große Welle vor Kanagawa“, eines der bekanntesten Kunstwerke Japans. Das Blatt entstand Anfang der 1830er Jahre und gehört zur Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“, die später auf insgesamt 46 Drucke erweitert wurde.
Das Motiv zeigt drei Fischerboote, die von einer gewaltigen Welle bedroht werden. Im Hintergrund erhebt sich der Berg Fuji, Japans heiliger Berg. Die Spannung zwischen der tobenden Naturgewalt im Vordergrund und der ruhigen Beständigkeit des Fuji macht die besondere Faszination des Werkes aus.
Hokusai hält einen flüchtigen Augenblick fest: den Moment unmittelbar vor dem Zusammenbruch der Welle. Darin liegt bis heute die beeindruckende Dynamik des Bildes. Zugleich eröffnet die Darstellung verschiedene Deutungen. Sie kann als Ausdruck der Schönheit der Natur verstanden werden, aber auch als Sinnbild für die Verletzlichkeit des Menschen gegenüber deren Kräften. Der Fuji steht dabei oft für Beständigkeit, Ruhe und Hoffnung.

Meisterwerk der Druckkunst
Der Farbholzschnitt war auch technisch eine bemerkenswerte Leistung und eine anspruchsvolle Kunsttechnik.
Für die frühen Abzüge wurden mehrere Druckstöcke verwendet, die jeweils unterschiedliche Farben auf das Papier übertrugen. Vor allem die charakteristischen Blau- und Grautöne prägen die Wirkung des Bildes.
Wie viele Originalabzüge Hokusais Werkstatt ursprünglich hergestellt hat, ist nicht bekannt. Kunsthistoriker schätzen die Auflage auf etwa 8.000 Exemplare. Da sich die Druckstöcke im Laufe der Zeit abnutzten, unterscheiden sich die erhaltenen Drucke teilweise deutlich voneinander.
Heute befinden sich Originalabzüge in bedeutenden Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt, darunter das Rijksmuseum in Amsterdam, das Art Institute of Chicago, das Los Angeles County Museum of Art sowie mehrere deutsche Museen und Bibliotheken.
Hokusais Einfluss auf die westliche Kunst und darüber hinaus
Die japanischen Holzschnitte des 19. Jahrhunderts übten einen enormen Einfluss auf europäische Künstler aus. Besonders die Impressionisten ließen sich von den ungewöhnlichen Perspektiven, der klaren Linienführung und der flächigen Bildgestaltung inspirieren. Künstler wie Claude Monet oder Vincent van Gogh sammelten japanische Drucke und studierten sie intensiv.
Mehr als 190 Jahre nach seiner Entstehung hat Hokusais „Große Welle“ nichts von ihrer Wirkung verloren. Der Blütenteppich auf dem Grand Place zeigt eindrucksvoll, wie ein ikonisches Kunstwerk immer wieder neu interpretiert werden kann – und Menschen aus aller Welt begeistert.
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Haben Sie den Blütenteppich 2026 gesehen? Mich würde interessieren, wie Ihnen die diesjährige Darbietung in Form einer Interpretation eines Kunstwerkes gefallen hat.