Schals und Tücher in der Kunst.


Da das Individuum erst seit der Renaissance in den Fokus der Kunst tritt, werden modische Details erst ab dieser Epoche in Szene gesetzt. 

Und bevor noch Tücher und Schals auftauchen, schmückt man sich mit anderen Accessoires.

Dabei geht es um modische Akzente wie Schärpe (schräg getragenes Band), Halskrause (Kragen), Hermelinbesatz (Pelz), oder Spitzenkragen (col dentelles). Da präsentieren sich zum Beispiel Hortensia del Prado stolz mit Halskrause (Gorzius Geldorp, 1599) oder Maria Trip (Rembrandt, 1639) mit Spitzenkragen, beide Damen aus dem Reichsmuseum in Amsterdam.

Schals und Tücher kommen anscheinend erst ab dem 17. Jh. in Mode. Und es scheint, dass dabei Männer die Trendsetter waren: Tücher waren Vorläufer der Krawatten, denn die Tücher tauchen zuerst bei Männern auf. Ich habe mich auf Spurensuche begeben und zeige Ihnen gerne schöne Beispiele, auf die ich kürzlich in Wien gestoßen bin.

Aus meiner Sicht war also der Schal oder das Seidentuch zu Beginn eher ein modisches Accessoire für Männer, bevor er die Frauenhälse eroberte.

Bei dieser Eroberung spielte wohl auch der ‚Wiener Shawl‘ eine bedeutende Rolle:
Anfang des 19. Jh. schmückten sich Wiener Frauen mit Kaschmirschals. Ursprünglich kamen diese Schals aus Indien und waren besonders leicht und weich. Bald wurden sie deshalb auch in Europa produziert, zunächst in Frankreich. Anfang des 19. Jh. beginnt man in Österreich mit der Produktion. Der Unternehmer Rudolf von Arthaber, auf einem der Fotos zu sehen, wird damit sehr erfolgreich; unter ihm wird der Schal zum Exportartikel und als  ‚Wiener Shawl‘ zum Inbegriff der Eleganz.

Vielleicht kennen Sie weitere Beispiele aus der Kunst. Lassen Sie sie mich gerne wissen.

 


Michaelina Wautier, Junge mit weißem Halstuch, 1650/55, Zeitausstellung im Kunsthistorischen Museum

Ferdinand Georg Waldmüller, Selbstbildnis, 
1828, Kunsthistorisches Museum

Boris Gregorjew , Dieb und Prostituierte, 1917, Albertina



Josef Danhauser, Wein, Weib und Gesang, 1839, Oberes Belvedere

Friedrich von Amerling, Rudolf von Arthaber und seine Kinder, 1937, Oberes Belvedere

 

 

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