Vintage, Design, Kunst – ein „What is what“
Vintage beschreibt das Alter eines Objekts.
Doch nicht jeder alte Gegenstand ist automatisch Vintage. Zwei Kriterien sind entscheidend: Exklusivität statt Massenware sowie hohe Qualität – also eine sorgfältige, detailverliebte und langlebige Verarbeitung. Zeitlich umfasst der Begriff in erster Linie Stücke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, etwa aus den Epochen Art Nouveau, Bauhaus, Le Corbusier oder Art Déco. Vintage-Objekte erinnern also an die Vergangenheit.
Design bedeutet Gestaltung – unabhängig vom Alter
Bei einem Designerstück spielt das Alter keine Rolle. Hier steht allein die gestalterische Idee im Mittelpunkt. Ein Objekt kann also Vintage sein, ohne ein Designerstück zu sein – und umgekehrt.
Ein Beispiel:
Ein Stuhl von Arne Jacobsen ist ein Designobjekt. Wird er alt, ist er zusätzlich Vintage. Ein neues Modell bleibt ein reines Designerstück, aber nicht Vintage.
Design als Kunstform: Gebrauchskunst
Zwar sind Kunst und Design nicht identisch, doch jedes Designerstück ist Ausdruck von Kreativität, Ästhetik und kulturellem Verständnis – und gehört damit ebenfalls in den weiteren Kontext der Kunst. In gewisser Weise kann Design sogar als eigene Kunstform betrachtet werden: als Gebrauchskunst, die funktional und zugleich künstlerisch ist wie auch die Produkte meiner Kollektionen:
https://artesoires.com/collections
Während Kunst keinem Zweck dienen muss, ist Design häufig an Funktion, Sicherheit, Normen oder Umweltfragen gebunden. Designer bewegen sich daher in einem Spannungsfeld aus Kreativität und praktischen Anforderungen.
Gleichzeitig gibt es viele Gestalter, die beides waren oder sind – Designer und Künstler. Beispiele sind der Schweizer Max Bill oder – wie unten zu sehen – der dänische Künstler und Designer Bjorn Wiinblad. Auch Plakate, die heute als Kunstwerke gelten, stammen streng genommen aus dem Bereich des Grafikdesigns.
Die Grenzen sind fließend – sowohl in Bezug auf die Urheber als auch auf die Objekte selbst.
Brussels Design Market – Fundgrube für ‚Designklassiker‘
Beim jährlichen „Brussels Design Market“ im November konnte ich zahlreiche ikonische Stücke entdecken – mal Design, mal Vintage, manchmal Kunst. Besonders vertreten waren Objekte aus den Bereichen Möbel, Beleuchtung, Porzellan, Vasen, Teekannen, Thermoskannen, Kerzenständer, Poster und Drucke. Siehe auch:
https://artesoires.com/collections/leinwanddrucke-mit-kunstlermotiven
Ich wünsche Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit!!

Porzellan Rosenthal: Weihnachtsteller von Bjorn Wiinblad (DK)

Teekannen: links Alessi, rechts Walter Gropius

Thermoskannen: Stelton, Dänemark (1970er Jahre)

Kerzenleuchter: Nagel, Deutschland (1970er Jahre) –
„unbegrenzt in der Möglichkeit des Variierens“.

Stühle: Knoll 'Tulip' (drehbar, 60er/70er Jahre), im Hintergrund der „Panton Chair“
von Verner Panton (DK, 1959)

Vitra Office Chair: Modell EA108 von Charles & Ray Eames